31 Mai 2014

Tipps und Tricks: Wie repariere ich einen eingerissenen Nagel

Hallo ihr Lieben,

jeder kennt diese Katastrophe: der mühsam gezüchtete Nagel ist eingerissen! Und nicht nur auf eine "da packe ich etwas Lack drüber und das hält dann schon"-Weise, sondern auf die "NEEEIIIN!,  Tiefseegraben! Er wird sich ausdehnen und alles mit sich ins Verderben reißen!"-Art! 
Was nun?! Vorsichtig Abschneiden und dann auf niederschmetternde Länge feilen? Irgendwann verabschiedet er sich ja ohnehin. Also lieber gleich das Todesurteil fällen, sonst wird die Angelegenheit noch blutig! 
Das muss nicht sein! Ihr habt die Möglichkeit eure Nägel zu reparieren und die Länge somit zu erhalten, bis der böse Riss raus gewachsen ist. Normalerweise stabilisiert man kaputte Kunstnägel auf diese Weise, aber ich zeige euch, dass dies auch bei Naturnägeln funktioniert:


Ihr braucht dafür den wichtigsten Bestandteil: Fiberglasstreifen
Und bevor ihr jetzt aufschreit, dass ihr dies nicht habt und ja erst besorgen müsstet... es geht auch anders! Eine gute Alternative ist ein Teebeutel. Kein Scherz. Außerdem benötigt ihr Nagelkleber (wie jenen, den man für Nageltips verwendet), und eine Feile mit feiner Struktur.


Mein Fiberglasstreifen stammt übrigens von amazon und hat etwa 4€ gekostet. Dafür bekommt man dann etwa 1m, der bis in alle Ewigkeit reichen dürfte.


Das Zeug ist selbstklebend und wird dann passend zugeschnitten. Wie ich aber schon erwähnte, könnt ihr alternativ auch einen Teebeutel opfern und dessen Papier verwenden. Das ist nämlich gar nicht so unähnlich. So spart ihr euch diese Anschaffung.
Legen wir doch mal los:

1. Vorbereitung
Als Erstes müsst ihr den beschädigten Nagel natürlich reinigen. Er darf weder Lackreste noch fettige Rückstände aufweisen. Entfernt diese also vorsichtig und raut ihn mit einer feinen Nagelfeile etwas an. Arbeitet dabei am besten entgegen der Wuchsrichtung, damit ihr nicht am Riss hängen bleibt. 
Nun schneidet ihr euch ein Stück eures Papiers zurecht. Es sollte etwas größer sein als der Riss im Nagel, aber natürlich noch auf die Nagelfläche passen, damit später nichts über steht.


2. Kleben
Nun kommt der Nagelkleber zum Einsatz. Träufelt davon etwas auf die Rissfläche und legt den Streifen sofort passen darauf und drückt ihn leicht an. Arbeitet mit einer Pinzette oder einem Rosenholzstäbchen, denn Nagelkleber trocknet extrem schnell und ihr wollt ihn nicht an euren Fingern haben. Das Fiberglas verbindet sich mit dem Kleber und wird durchsichtig. Ihr könnt noch überall etwas andrücken, damit alles richtig sitzt und dann ist euer Riss schon mal versiegelt. Gebt nun eventuell nochmal eine dünne Schicht Kleber darüber (achtet natürlich darauf, dass möglichst kein Kleber auf der Nagelhaut landet).
 

3. Feilen
Da der Kleber schnell trocknet könnt ihr auch bald weiter arbeiten. Greift euch eure Nagelbuffer- und Feilinstrumente. Diese sollten möglichst fein, also nicht grob sein. Ihr wollt den Kleber und das Fiberglas nicht wieder runter feilen, sondern euer Kunstwerk nur etwas ebener gestalten, also die Oberfläche glätten. Überschüssigen Kleber drumherum also abfeilen und auch etwas über die Fläche schleifen, bis diese sich weniger stark über den Naturnagel erhebt.


4. So tun, als wäre nichts gewesen
Seht ihr? Man sieht den Riss schon kaum noch. Wascht eure Hände oder bürstet den Nagel etwas ab und beseitigt somit den Staub vom Abfeilen und dann dürft ihr auch schon lackieren. Mit etwas Basecoat oder Klarlack sieht das Ganze schon fast aus wie neu und ist beinahe ebenmäßig:


Wenn ihr jetzt noch euren Farblack darüber gebt, kann doch keiner mehr sagen, dass da mal ein Riss war oder? Klar, es bleibt eine leichte Erhöhung durch den Kleber, aber die ist kaum sichtbar.
Und glaubt mir, der Nagel ist so stabil wie er einst vor der Katastrophe war. Nun könnt ihr wieder problemlos durch die Haare fahren, Klamotten aus- und anziehen und auf der Tastatur rumtippen ohne befürchten zu müssen, hängen zu bleiben oder den Nagel einzuknicken.


Spaß an Nägeln 

Natürlich kann es sein, dass, bei längerer Tragezeit, sich Kleber und Fiberglas wieder leicht lösen. Gerade wenn ihr häufig umlackiert, kann der Nagellackentferner euer Meisterwerk beeinträchtigen. Dann müsst ihr eben nochmal ran. Aber ihr könnt gewiss sein, dass ihr mit dieser Methode die Phase des Herauswachsens problemlos überbrücken könnt, ohne die Länge einbüßen zu müssen.
Und es ist nicht mal zeitaufwändig. Jede normale Maniküre dauert länger. Also keine Scheu, meine Damen. Schlimmer machen könnt ihr es ohnehin kaum ;)
Viel Erfolg,


:) :( :-/ :-* :-O X( :7 :-c ~X(
31 Meinungen
  1. So in der Art mache ich das auch, nur dass ich noch ein oder zwei Schichten P2 Fast Help Repair lackiere. Die Fiberglasstreifen sind wirklich Gold wert! Ich konnte damit sogar einen komplett abgebrochenen Nagel reparieren :-)

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    1. oh krass. Dass es sogar so weit geht hätte ich nicht gedacht. Ich hätte dann Sorge, dass die Stabilität fehlt.

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    2. Doch, das funktioniert wirklich :-) Hast du das Video von My Simple Little Pleasures gesehen? Da dachte ich auch, dass das nie im Leben hält. Aber als ich dann mal wieder einen abgebrochenen Nagel hatte, wollte ich es ausprobieren. Der Nagel war ja schon ab, es konnte also nicht mehr schlimmer werden ^^ Also hab ich den Nagel mit Fingr's Nagelkleber einfach wieder drangeklebt, Fiberglasstreifen drauf und weiter geht's ;-) Ich laufe jetzt schon seit mindestens 2 Wochen damit rum und es hält bombenfest, dabei war ich jetzt auch nicht besonders vorsichtig.

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    3. Erfreulich. Muss ich mir merken :D

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  2. Das mit dem Teebeutel kannte ich schon, aber Fiberglasstreifen sind mir ehrlich nun nicht so geläufig gewesen. Ich hatte auch erst vor Kurzem einen fiesen Riss, dachte dann an die Teebeutelmethode und habe es dann doch nicht gemacht. Ich hatte nämlich Angst, dass mir alles auf die Haut darunter läuft. Ich habe dann ganz kurz geschnitten und gehofft, dass ich mit dem Rest nicht hängen bleibe. lg Lena

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    1. An sich kann das nicht passieren, wenn du den Riss gut mit Kleber versiegelst. Einfach so hindrücken, wie der Nagel auch im Ursprung war, also dass es praktisch keine Lücke gibt und dann den Kleber drüber. Der trocknet so schnell, dass da nichts groß irgendwo hinlaufen kann. Du kannst ja auch erstmal wenig nehmen und dann sehen, ob du mehr brauchst.

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  3. Danke für den Tipp mit den Fiberglasstreifen!
    Meine Daumennägel reißen gerne regelmäßig (wenn sie schön lang gewachsen sind) an den Seiten auf ca. Hälfte des Nagels ein und sooo oft musste ich sie schon deswegen bis aufs übelste kürzen...
    Meine Nägeln splittern auch sehr gerne an den Spitzen. So muss ich sie dann immer wieder kürzen, wenn sie nur noch hauchdünn sind und dann doch abbrechen.

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    1. kenn ich, kenn ich. Ich glaube jeder hat so eine bestimmte Länger ab der seine Nägel anfälliger werden als sonst. Ich war auch erstaunt, dass mir solche Risse in den letzten Monaten häufiger passierten. Davor hatte ich das ewig nicht.

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  4. Daqnke für den Tipp, habe erst kürzlich einen Nagel fast bis zum Nagelbett abschneiden müssen. Da kann mir das künftig vielleicht erspart bleiben.

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  5. Sehr schön beschrieben und diese Fiberglasstreifen bestelle ich beim nächsten Mal gleich mit. Hört sich doch stabiler an, als die Teebeutel Methode. :-)

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    1. Das ist möglich. Ich habe es selbst noch gar nicht groß mit Teebeutelpapier versucht, aber Fiberglas ist zumindest minimal dicker und ist etwas anders strukturiert. Ich hoffe, es hilft dir.

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  6. Aha! Gehört hatte ich davon schon öfters, doch nun habe ich auch eine Vorstellung, danke für die bildreiche Anleitung!

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  7. Mh, vielleicht brauch ich doch dieses Fiberglaszeug XD Ich hab das bis jetzt immer mit einem Teebeutel gemacht (die gibt es ja auch für losen Tee, die sind viel größer als "normale" Teebeutel, und man muß den Tee nicht wegwerfen ^^ und ich als Teetrinkerin hab die eh im Haus). Außerdem muß ich mir echt mal Nagelkleber zulegen. Hab bis jetzt immer nur Klarlack verwendet, und das hält halt bei weitem nicht so gut. Zum Glück hatte ich allerdings schon lang keinen Tiefseegraben mehr (aber wenn, dann hab ich die immer so weit unten, dass es voll weh tut).
    Danke noch mal für die Erinnerung, dass ich mich mal "gescheit" ausstatten wollte ^^. Und ein Lob für das tolle Tutorial!
    LG

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    1. ach wenn es bisher funktioniert hat, kannst du es ja weiter so handhaben, aber statt Klarlack würde ich dir wirklich Kleber empfehlen. Der ist dann noch deutlich hartnäckiger und langlebiger :)

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  8. danke für den Tipp! sehr praktische Anleitung :) Ich hab gar keinen ordentlichen Nagelkleber zu Hause, muss ich gestehen XD

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    1. Ich habe ihn mir ja auch nur zu diesem Zweck gekauft, aber die kriegt man ja auch gern für 3€ oder so, da geht das. Früher hatte ich einen von essence, der absolut ok war, aber ich weiß nicht, ob sie den noch im Sortiment haben.

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  9. Das finde ich voll gut, und muss ich auch mal probieren, wenn es an meinem Daumen wieder so weit ist. Bei mir passiert das immer ab einer bestimmten Länge. Immer die selbe Seite und immer am Daumen. x)

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    1. Ja, war bei mir zuletzt auch so. Und immer der dumme Daumen :D

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  10. Sieht gruslig aus, aber wenn es funktioniert? :-)

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    1. gruselig? Findest du? Ich finde, es sieht doch fast wieder aus wie vorher :)
      Ist übrigens eine gängige Methode bei den Profis.

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  11. noch nie von gehört, aber eigentlich müsste ich mir den post als lesezeichen speichern :D meine nägel reissen andauernd ein und splittern.. tjaja, da ist oft kurzschneiden angesagt. bei mir aber meistens die kleinen finger, warum auch immer. danke für den tollen tip!

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    1. Bitte, bitte :) Wäre doch mal einen Versuch wert. Viel Erfolg.

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  12. Das erste Bild tut mir richtig weh, schrecklich wenn sowas passiert. O_o
    Ich kürze meine meistens dann trotzdem weil es mich einfach stört, für mich ist es dann wie ein Pickel der darauf wartet ausgedrückt zu werden xD Aber vielleicht sollte ich mich das nächste Mal zusammenreißen und die Methode einfach mal probieren :D

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    1. Nicht wahr?! Man leidet praktisch mit.
      Ich hasse das auch und könnte nicht lang damit herumrennen. Man bleibt ja sowieso dann jedes mal in den Haaren und co. hängen, aber ganz Abschneiden ist dann auch dramatisch. Deswegen lohnt es sich eigentlich so eine schnelle Reparatur durchzuführen. Da ist dann alles nur noch halb so wild :)
      LG

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  13. Genau so mache ich das mit den Teebeutelchen. Es hält super und man kann wie gewohnt weiterarbeiten =)

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  14. oi, das ist ja echt ein guter Tipp =) habe das häufig am Nagel vom Daumen, dass der seitlich einreißt :D args

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  15. Vielen vielen Dank für den tollen Beitrag! Hab das ich Wochenende ausprobiert.
    Musste auf Teebeutel und Sekundenkleber zurückgreifen. Es hält und hält und hält und ist kaum zu sehen!
    Nie mehr schmerzliches Abschneiden!
    LG

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    1. Gerne, aber das mit dem Sekundenkleber würde ich nicht zu oft machen. Der ist ja nicht für kosmetische Arbeiten gedacht, also nicht hautfreundlich. Vielleicht findest du bei Gelegenheit ja einen Nagelkleber als Ersatz :)
      LG

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  16. Das ist ein toller Tip!!! Danke <3 Hätt ich das früher gesehen hätte ich jetzt noch lange Nägel ^^

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